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Hohes Venn

Monschau

Deutsch-Belgischer Naturpark Hohes Venn - Eifel
Die Landschaft des Hohen Venns gliedert sich in:
1. Venn-Plateau 2. Venn-Abdachung; die Hochflächen liegen 500-650 m ü. NN., Tallagen 300-500 m. ü. NN.; mittlere Jahrestemperatur: 6,2°C - 8,0°C; Niederschlag: 850-1250 mm; Vegetationsperiode: 127-152 Tage;

Das Gebiet des Hohen Venns ist der erdgeschichtlich älteste Teil der Eifel. Das Hohe Venn gilt als ein in Europa einzigartiges Hochmoorgebiet. Hier liegen mit 4100 Hektar die größten Naturschutzgebiete Belgiens. Die hohen Niederschlagsmengen ließen seit der letzten Eiszeit ( etwa 7500 Jahre) großflächige Hochmoore entstehen. Die meterdicken Torfschichten im Venn entstanden durch Wachstum und Teilverrottung der Vegetation, insbesondere der Torfmoose. Von den ehemals fast 1000 Hektar Moorgebiet sind heute noch etwa 100 Hektar in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Die ausgedehnten, unbewirtschafteten Torfheiden sind vom Pfeifengras bewachsen. Sie sind das Ergebnis von Entwässerung und Übernutzung durch die Eifler Landwirtschaft, der viele Moore und ursprüngliche Wälder zum Opfer gefallen sind. Knorrige Moorbirken, Buschgruppen der Öhrchenweide und vereinzelte Fichten und Ebereschen geben der Landschaft eine oft bizarre Silhouette. Große Teile des Hohen Venns wurden in preußischer Zeit mit Fichten aufgeforstet. Zu den seltenen Tieren des Venns gehört das Birkhuhn, dessen Nahrungsgrundlage die Früchte der Blau-, Rausch- und Preiselbeersträucher bilden.

Die meterdicken Torfschichten, die wie ein Schwamm wirken, dienen als riesiges Wasserreservoir. Das abfließende Wasser des Venns speist die Talsperren im Eifelvorland, in der Rureifel und der Hocheifel.

Geschichte:

Die ersten eindeutigen Nachweise menschlicher Besiedlung im Hohen Venn lassen sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Eine Straße aus Stein, die auf einer befestigten Unterlage aus Holz verlegt wurde, ist das älteste bisher festgestellte Siedlungszeugnis. Die Konstruktion berücksichtigt meisterhaft die Bedingungen eines Moorgebietes. Die Steinschicht ruht auf einer zusammenhängenden Holzunterlage, die einer langen Brücke ähnelt. Auch die späteren archäologischen Funde und historischen Dokumente erinnern immer wieder daran, daß das Hohe Venn kein Raum war, den die Menschen wirklich gemieden haben. In der Feudalzeit grenzten Territorien verschiedenster politischer Gebilde im Hohen Venn aneinander. Unzählige Grenzsteine erinnern an diese ehemaligen Trennlinien, die die Hochebene kreuz und quer durchziehen. Seit dem 14. Jahrhundert wurde das Hohe Venn ein beliebtes Gebiet für Einsiedler, die die Einsamkeit suchten, um ein gottgefälliges Dasein zu führen. Den Einsiedlern verdanken viele verirrte Reisende ihr Leben.

Seit dem 17. Jahrhundert wurden die meterdicken Torfschichten als Brennmaterial ausgebeutet. Nach dem Stechen wurden die Torfziegel, die zu 75% aus Wasser bestanden, noch vor Frosteinbruch getrocknet. Die einzelnen Abschnitte einer bis zu 4 Meter hohen Torfwand wurden den Familien eines Dorfes zugeteilt und für den Hausbrand genutzt.

Die erste Siedlung auf der Hochebene war Baraque Michel.

In preußischer Zeit begann man großflächig das Venngebiet mittels Drainagen zu entwässern und mit dem Preußenbaum, der Fichte, systematisch aufzuforsten.

Das Hohe Venn ist Heute ein beliebtes Ausflugs- und Wandergebiet. Um die Belastungen für die empfindliche Ökologie des Hohen Venns durch wachsende Besucherströme zu verringern, ist man seit 1992 zu einer gestaffelten Zutrittsregelung übergegangen. Hierzu wurden die Naturschutzgebiete des Hohen Venns in B-, und C-, und D-Zonen eingeteilt. Die B-Zonen stehen tagsüber grundsätzlich allen Besuchern offen. Die C-Zonen dürfen nur mit einem von der Wallonischen Region anerkannten Führer betreten werden. Wegen der Brutzeit des Birkhuhns sind die C-Zonen von Mitte März bis Ende Juni gesperrt. Die D-Zonen dürfen nicht betreten werden.

Fahrradfahren ist grundsätzlich nur außerhalb der Naturschutzflächen auf ausgewiesenen Radwegen erlaubt. Skilanglauf ist nur auf Loipen erlaubt und ebenfalls auf die Randgebiete der Schutzgebiete verlegt worden. Nach Erwerb einer Vignette dürfen Skilangläufer die Loipen benutzen. In besonders trockenen Jahren werden wegen akuter Brandgefahr alle Venngebiete mit Ausnahme des kleinen Poleur-Venns für den Besucher geschlossen. Alle diese Maßnahmen dienen dem Erhalt der einzigartigen Hochmoorflächen.

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